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Esperando al mesías
09.09.2008

 

 

ESPERANDO AL MESÍAS 

Daniel Burman, Argentinien 2000, 97 Min., 35 mm

  • Drehbuch: Emilio Torres, Daniel Burman
  • Kamera: Ramiro Civita
  • Schnitt: Verónica Chen
  • Musik: César Lerner, Marcelo Moguilevsky
  • Ton: Martin Grignaschi
  • Produktion: Diego Dubcovsky, Daniel Burman
  • DarstellerInnen: Daniel Hendler, Enrique Pineyro, Stefania Sandrelli, Chiara Caselli, Héctor Alterio
 

ESPERANDO AL MESÍAS ist der zweite Spielfilm von Daniel Burman und wie sein wohl bekanntester Film, EL ABRAZO PARTIDO, in der jüdischen Gemeinde von Buenos Aires, im Stadtteil Once, angesiedelt. Protagonist des Films ist Ariel. Vielleicht ist Ariel eine Art Alter Ego von Daniel Burman, zumindest heissen so auch die Protagonisten von EL ABRAZO PARTIDO und DERECHO DE FAMILIA (und in allen drei Filmen haben die Protagonisten ihre sympathisch-neurotischen Macken). Ariels Familie ist nach dem Tod der Mutter und nach dem Verlust der Ersparnisse während einer Finanzkrise noch mehr zusammengerückt. Der Sohn soll das Familienrestaurant übernehmen und möglichst seine langjährige Freundin heiraten. Aber will er das überhaupt? Er gerät in eine Sinnkrise...
Der zweite Protagonist ist Santamaría, er hat seinen Job in der Bank verloren und ist von seiner Freundin vor die Tür gesetzt worden. Bei Ariels letzter Begegnung mit seiner Mutter ist dieser die Brieftasche gestohlen worden, der Dieb hatte sie in eine Mülltonne geworfen, Santamaría hat sie gefunden und will sie der Besitzerin zurückgeben. So trifft er auf Ariel und ihre Schicksale kreuzen sich. Santamaría hat es sich zum Ziel gesetzt, gestohlene Gegenstände ihren Besitzern zurückzugeben. Ariel, der bei einer Produktionsfirma arbeitet, will mit seiner Kollegin, einer bisexuellen Filmemacherin, Santamarías Mission dokumentieren. Ariel verliebt sich in seine Kollegin, langsam beginnt er zu begreifen, was er im Leben will und was nicht. Santamaría verliebt sich in die Raumpflegerin einer öffentlichen Toilette, diese zögert allerdings, ihre Zuneigung, die sie zu Santamaría hat, zu teilen, denn sie ist noch verheiratet, ihr Mann sitzt noch im Gefängnis.
Die Geschichten um die beiden Protagonisten werden von Daniel Burman kontrastierend gegenüber gesetzt. Gezeigt werden soll, wie viele "Paralleluniversen" im selben städtischen Milieu koexistieren können.
ESPERANDO AL MESÍAS ist ein ambitionierter Film, Burman deutet sein Können an. Allerdings wirken erst seine kommenden Filme, u.a. EL ABRAZO PARTIDO, filmisch ausgereift. In ESPERANDO AL MESÍAS scheint der junge Regisseur noch auf der Suche nach seinem Stil zu sein.

ESPERANDO AL MESÍAS gewann im Jahre 2000 u.a. einen Preis vom Internationalen Filmfestival von Havanna, dem wichtigsten Filmfestival für lateinamerikanisches Kino. 

 

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